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Kultur, Gesellschaft, Religion

Kultur, Gesellschaft, Religion


Welche Antworten hat die Politik auf die Herausforderungen, die eine zunehmend heterogene Gesellschaft für das gemeinsame Miteinander, die Kultur in unserem Land und die Religionen mit sich bringt?

Wir leben gerne in der Schweiz. Der Ort mitten in Europa, wie ihn die Natur erschaffen hat, gefällt uns. Das reicht aber nicht. Wichtig ist unsere Kultur, die Menschen gestaltet haben. Es ist ein System von Regeln und Gewohnheiten, welches das Zusammenleben und Verhalten der Menschen leitet, wie die Sprache, das Recht, die Wirtschaft, aber auch die Moral und die Religion. So arbeiten die meisten Menschen am Sonntag nicht, dafür erklingen Kirchenglocken und rufen zum Gottesdienst.

Nun verändert sich die Gesellschaft. Sie wird bunter und unter uns wohnen Menschen aus Ländern, in denen der Muezzin zum Gebet ruft. Burka-Tragen, Islam als Landeskirche, staatliche Imamausbildung? Haben diese Menschen in der Schweiz das gleiche Recht oder müssen sie sich unserer Kultur anpassen? Da stehen wir vor einem Dilemma. Meinungs- und Religionsfreiheit sind ein wichtiger Teil unserer Kultur.

Damit wir miteinander sprechen können, brauchen wir eine gemeinsame Sprache. Um in Frieden zusammenleben zu können, brauchen wir mehr, ein System von Regeln und Gewohnheiten. Immer mehr Menschen sehnen sich danach und erwarten eine Antwort von der Politik. Dies ist keine leichte Aufgabe. Der Philosoph Willi Oelmüller bezeichnete die Politik als «all das, was handelnde und leidende Menschen und soziale Gruppen ... tun müssen und tun können, wenn sie streiten um die öffentliche Anerkennung sowie um die Durchsetzung ihrer Vorstellungen vom Überleben und vom guten Leben.»

Was bringt die EVP mit ihrer Politik auf der Basis des Evangeliums in diese Diskussion ein? Die Vorstellung, Religion und Staat vollkommen trennen zu können, entpuppt sich immer mehr als Schönwettertheorie einer religiös homogenen Gesellschaft. Den Schritt zurück in die Zeit vor der Aufklärung dürfen wir aber auch nicht tun. Der Weg geht nach vorne. Eine Kultur verändert sich immer. Hier ist politische und religiöse Kompetenz gefragt.