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Newsartikel

Weniger Prostitution = weniger Menschenhandel

Die EVP will die Nach­frage nach sexu­el­len Dienst­leis­tun­gen und den Por­no­kon­sum sen­ken, um damit auch den Men­schen­han­del zu bekämp­fen. Natio­nal­rä­tin Mari­anne Streiff (EVP, BE) lässt ein Pro­sti­tu­ti­ons­ver­bot nach schwe­di­schem Vor­bild prü­fen und über­legt sich eine Fil­ter­pflicht für die Inter­net­pro­vi­der, wie sie in Gross­bri­tan­nien ein­ge­führt wer­den soll.

Die EVP hat sich den Kampf gegen den Men­schen­han­del auf die Fahne geschrie­ben. Sie enga­giert sich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen gegen die­ses Ver­bre­chen. Um die Nach­frage zu bre­chen und damit den Men­schen­han­del weni­ger lukra­tiv zu machen, hat EVP-Nationalrätin Mari­anne Streiff (BE) mit dem Pos­tu­lat 12.4162 ange­regt, ein Ver­bot der Pro­sti­tu­tion zu prü­fen. Der Vor­stoss wurde am 22. März 2013 vom Natio­nal­rat an den Bun­des­rat über­wie­sen. Nun wird die­ser in einem Bericht die Aus­wir­kun­gen eines Pro­sti­tu­ti­ons­ver­bo­tes auf den Men­schen­han­del dar­le­gen und dazu die Län­der anschauen, wel­che bereits aktiv gewor­den sind. Schwe­den macht gute Erfah­run­gen mit einer Rege­lung, wel­che die betrof­fe­nen Frauen schützt und die Freier büsst. Die For­de­rung nach dem „Schwe­di­schen Modell“ wird vor­aus­sicht­lich Ein­gang ins neue Par­tei­pro­gramm der EVP Schweiz fin­den. Wei­ter bringt die EVP in einer Arbeits­gruppe gegen den Men­schen­han­del die inter­es­sier­ten Kreise weit über die Par­tei­gren­zen hin­aus an einen Tisch, um die ver­schie­de­nen Initia­ti­ven zu koor­di­nie­ren. Schliess­lich betreibt die EVP mit öffent­li­chen Anläs­sen Aufklärungs- und Sen­si­bi­li­sie­rungs­ar­beit.

 

Auch inter­na­tio­nal tut sich etwas im Kampf gegen den Men­schen­han­del. Gross­bri­tan­nien macht vor­wärts mit einem weit­rei­chen­den Por­no­fil­ter: die Inter­net­pro­vi­der müs­sen die Inhalte von sich aus fil­tern, es sei denn, ein Erwach­se­ner bean­trage aus­drück­lich die Frei­gabe der Inhalte auf sei­nem Anschluss. Bei Mobil­funk­ver­trä­gen soll künf­tig für den Por­no­zu­griff der Nach­weis nötig sein, dass man über 18 Jahre alt ist. Pre­mier­mi­nis­ter David Came­ron argu­men­tiert, dass Online-Pornographie die Kind­heit zer­setze und dem Nach­wuchs eine fal­sche Vor­stel­lung von Liebe und Inti­mi­tät ver­mittle. Natio­nal­rä­tin Mari­anne Streiff prüft einen sinn­ge­mäs­sen Vor­stoss in der Schweiz, weil ein Zusam­men­hang zwi­schen Men­schen­han­del und Por­no­in­dus­trie bestehe und mit der Ein­däm­mung des Por­no­kon­sums auch der Frau­en­han­del bekämpft wer­den könne.

 

In Deutsch­land hat die Zeit­schrift „Emma“ vor ein paar Tagen einen Appell gegen die Pro­sti­tu­tion auf­ge­setzt. Er ist sehr gut for­mu­liert und ver­dient es, auch hier­zu­lande wahr­ge­nom­men zu wer­den. Seine Kern­for­de­run­gen: Keine wei­tere Dere­gu­lie­rung der Pro­sti­tu­tion. Schutz der betrof­fe­nen Frauen und der Min­der­heit männ­li­cher Stri­cher. Prä­ven­tion und Hil­fen zum Aus­stieg. Auf­ent­halts­rechte für die betrof­fe­nen Aus­län­de­rin­nen. Äch­tung und wenn nötig auch Bestra­fung der Freier. Mit die­sen Mass­nah­men soll die Pro­sti­tu­tion kurz­fris­tig ein­ge­dämmt und lang­fris­tig abge­schafft wer­den.

 

Mor­gen Sams­tag fin­det in Bern die Kon­fe­renz von Sto­pAr­mut 2015 zum Thema Men­schen­han­del statt. Die EVP ist mit Natio­nal­rä­tin Mari­anne Streiff (BE) im Pro­gramm ver­tre­ten und nimmt mit einem Stand an der Tisch­messe teil. Sie macht damit beim inter­es­sier­ten Publi­kum auf ihr Enga­ge­ment gegen den Men­schen­han­del auf­merk­sam.

 

Bern, den 1. Novem­ber 2013/nh