Überparteiliches NEIN zur Selektion von Menschen

Das natio­nale Komi­tee „NEIN zur PID“ hat sich heute an einer Medi­en­kon­fe­renz in Bern klar gegen die Ein­füh­rung der Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik (PID) und die hier­für not­wen­dige Ände­rung der Ver­fas­sung am 14. Juni ausge-sprochen. Die ver­meint­lich harm­lose Ver­fas­sungs­än­de­rung öffne Tür und Tor für die gezielte Selek­tion von Men-schen. Das über­par­tei­li­che Komi­tee aus Ver­tre­tern von BDP, CVP, EDU, EVP, SP und SVP star­tet damit unter der Lei­tung der EVP ihre Kam­pa­gne gegen die PID.

Die vom Par­la­ment bereits im Dezem­ber ver­ab­schie­dete Revi­sion des Fort­pflan­zungs­me­di­zin­ge­set­zes kann erst in Kraft tre­ten, wenn Volk und Stände am 14. Juni die Ver­fas­sung ändern. Die Revi­sion erlaubt die Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik inklu­sive der Unter­su­chung von Embryo­nen auf Chro­mo­so­men­a­no­ma­lien aller Art (Chromosomen-Screening) sowie das Tief­ge­frie­ren über­zäh­li­ger Embryo­nen. Das über­par­tei­li­che Komi­tee „NEIN zur PID“ lehnt diese Ände­run­gen und ihre Kon­se­quen­zen ent­schie­den ab. Daher tritt es bereits am 14. Juni gegen die Ver­fas­sungs­än­de­rung ein.

 

Keine Selek­tion zwi­schen „lebens­wer­ten“ und „lebens­un­wer­ten“ Men­schen

„Wir wol­len ver­hin­dern, dass das Tor zur Selek­tion von Men­schen geöff­net wird“, erklärte EVP-Nationalrätin und Par­tei­prä­si­den­tin Mari­anne Streiff. Selbst Bun­des­rat Alain Ber­set habe beide Räte deut­lich vor der Gefahr der „Selek­tion“ und den „euge­ni­schen Ten­den­zen“ die­ser Unter­su­chungs­me­tho­den gewarnt, zitierte Streiff den Bun­des­rat aus sei­nem Votum vor dem Natio­nal­rat. „Die PID ist ganz klar ein Instru­ment der Selek­tion zur Unter­schei­dung zwi­schen ˈle­bens­wer­tenˈ und ˈle­bens­un­wer­tenˈ Men­schen“, machte Streiff deut­lich.

 

Kein gros­ser Schritt mehr zum Desi­gner­kind

Die Öff­nung des Arti­kels 119 der Bun­des­ver­fas­sung sei ein wei­te­rer Schritt hin zu einer gren­zen­lo­sen Fort­pflan­zungs­me­di­zin, skiz­zierte CVP-Nationalrat Domi­ni­que de Buman die unab­seh­ba­ren Fol­gen der Ver­fas­sungs­än­de­rung. Ein Blick ins Aus­land zeige, dass die Grenze kaum mehr gezo­gen wer­den könne, wel­che Tests zur Aus­son­de­rung von Embryo­nen ange­wen­det wer­den dürf­ten. De Buman mit Blick auf die ame­ri­ka­ni­sche Pra­xis wei­ter: „Ist die PID für gene­ti­sche Unter­su­chun­gen von Erb­krank­hei­ten und Chro­mo­so­men­a­no­ma­lien erst ein­mal erlaubt, ist es kein gros­ser Schritt mehr bis zur Zulas­sung von Desi­gner­kin­dern“ – das heisst der Selek­tion nach Geschlecht, Haar- und Augen­farbe sowie gewünsch­ten kör­per­li­chen und geis­ti­gen Eigen­schaf­ten. Wei­tere Libe­ra­li­sie­rungs­schritte wie die Her­stel­lung von „Ret­terba­bys“, Eizell­spende, Embryo­nen­spende und Leih­mut­ter­schaft seien in der Schweiz bereits eben­falls Gegen­stand der poli­ti­schen Dis­kus­sion.


Kein Embryo­nen­schutz mehr: Tau­sende Embryo­nen wer­den ver­nich­tet oder „ver­braucht“
„Mit der geplan­ten Ver­fas­sungs­än­de­rung gibt es prak­tisch kei­nen Embryo­nen­schutz mehr“, machte SVP-Nationalrätin Syl­via Flückiger-Bäni deut­lich. Die geplante Auf­he­bung des Tief­ge­frier­ver­bo­tes für Embryo­nen sei inak­zep­ta­bel. Tau­sende Embryo­nen wür­den übrig blei­ben, die spä­tes­tens nach 10 Jah­ren auf­ge­taut, ver­nich­tet oder durch die For­schung ver­braucht wer­den müss­ten. „Das mensch­li­che Leben ist ein Wun­der und darf nie zum Mit­tel zum Zweck ver­kom­men“, so Flü­cki­ger.

Kein gesun­des Kind: die PID garan­tiert nichts
„Die PID kann nie alle bekann­ten gene­ti­schen Defekte gleich­zei­tig tes­ten. Viele wer­den gar nicht erfasst oder machen sich erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt bemerk­bar“, kri­ti­sierte CVP-Nationalrätin Chris­tine Bulliard-Marbach den Mythos von der lei­dens­freien Welt, den die Befür­wor­ter der Prä­im­plan­ta­ti­ons­dia­gnos­tik sug­ge­rier­ten. 40 Pro­zent der Embryo­nen wer­den wäh­rend der angeb­lich gefahr­lo­sen PID der­art ver­letzt, dass sie sich nicht mehr im Mut­ter­leib ein­nis­ten könn­ten. Die PID leis­tet zudem kei­nen wirk­li­chen Bei­trag zum medi­zi­ni­schen Fort­schritt. Im Gegen­teil: „Anstatt nach neuen The­ra­pien zu for­schen, eli­mi­niert man ein­fach all­fäl­lig Behin­derte oder Kranke“, so Bul­li­ard.

 

Kein Stigma für Men­schen mit Behin­de­rung

„Wenn wir die­sen Weg wei­ter­ge­hen, brand­mar­ken wir Men­schen mit Behin­de­run­gen künf­tig als ˈle­bens­un­wertˈ“, warnte CVP-Nationalrat Chris­tian Lohr vor den dis­kri­mi­nie­ren­den Fol­gen der PID für Men­schen mit Behin­de­rung oder schwe­ren Krank­hei­ten. Sie wür­den künf­tig als uner­wünschte und ver­meid­bare Risi­ken und Belas­tung betrach­tet – mit gra­vie­ren­den Aus­wir­kun­gen für ihr Selbst­ver­ständ­nis und unser Zusam­men­le­ben mit ihnen. Leis­tungs­ver­wei­ge­run­gen der Sozi­al­ver­si­che­run­gen und Kran­ken­kas­sen könn­ten die Fol­gen sein. „Es ist Auf­gabe der Poli­tik, der Gesell­schaft und der Gesetz­ge­bung, Men­schen mit Behin­de­rung sozial und wirt­schaft­lich zu inte­grie­ren – nicht sie zu ver­hin­dern und zu eli­mi­nie­ren“, so Lohr. Die Zulas­sung der PID würde einen star­ken gesell­schaft­li­chen Druck auf wer­dende Eltern aus­lö­sen, behin­der­tes Leben zu ver­hin­dern.

 

Bern, 31. März 2015/dm

 

Down­loads

 

Kam­pa­gnen­ma­te­rial:  
www.nein-zur-pid.ch/mitmachen/


Unter­la­gen Medi­en­kon­fe­renz:
www.nein-zur-pid.ch/medienmitteilungen/

 

Medi­en­kon­takt

 

Mari­anne Streiff-Feller, Natio­nal­rä­tin, Prä­si­den­tin EVP Schweiz: 079 664 74 57, marianne.streiff@parl.ch


Domi­ni­que de Buman, Con­seil­ler natio­nal PDC: 79 649 15 37, <span style="text-indent: -14.2pt;">dominique.debuman@parl.ch</span>

 

Syl­via Flückiger-Bäni, Natio­nal­rä­tin SVP: 079 303 95 64, sylvia.flueckiger@parl.ch


Chris­tine Bulliard-Marbach, Natio­nal­rä­tin CVP: 79 449 05 69,
christine.bulliard-marbach@parl.ch


Chris­tian Lohr, Natio­nal­rat CVP: 79 405 41 72, christian.lohr@parl.ch


Joel Blunier, Kam­pa­gnen­lei­ter, Gene­ral­se­kre­tär EVP Schweiz: 076 379 76 79, joel.blunier@evppev.ch


Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion EVP Schweiz: 079 193 12 70, dirk.meisel@evppev.ch

 


www.nein-zur-pid.ch