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Newsartikel

Teilerfolg für den Tatbeweis und Heiner Studer

Wer Zivil­dienst leis­ten will, soll künf­tig keine Gewis­sens­prü­fung mehr able­gen müs­sen: seine Bereit­schaft län­ger Zivil­dienst als Mili­tär­dienst leis­ten zu wol­len, soll in Zukunft als Beweis aus­rei­chen. Wenn der Bun­des­rat die­sen Auf­trag des Par­la­men­tes ernst nimmt, dann dank EVP-Nationalrat Hei­ner Stu­der (Wet­tin­gen, AG).

Nach dem Stän­de­rat hat heute Mon­tag auch der Natio­nal­rat die Motion „Zivil­dienst. Ein­füh­rung des Tat­be­wei­ses“ von EVP-Nationalrat Hei­ner Stu­der (Wet­tin­gen, AG) ange­nom­men. Mit 86 zu 64 Stim­men fiel der Ent­scheid rela­tiv deut­lich aus. Ent­spre­chend die Freude von Motio­när Stu­der: „Der Tat­be­weis reicht für den Nach­weis der ernst­haf­ten Absicht, Zivil­dienst leis­ten zu wol­len, voll­kom­men aus. Nun hoffe ich auf eine Vor­lage des Bun­des­ra­tes, wel­che auch wirk­lich erst­ran­gig auf den Tat­be­weis abstützt.“

  

Wer heute Zivil­dienst leis­ten will, muss nicht nur eine andert­halb mal so lange Dienst­zeit auf sich neh­men, son­dern auch in einem auf­wän­di­gen Ver­fah­ren, der soge­nann­ten Gewis­sens­prü­fung, nach­wei­sen, dass er den Mili­tär­dienst aus Gewis­sens­grün­den nicht leis­ten kann. Natio­nal­rat Stu­der wollte mit der Motion bezwe­cken, dass in Zukunft der Tat­be­weis aus­reicht: Obwohl die Zulas­sungs­kom­mis­sion zwar gute Arbeit leiste, sei es illu­so­risch mit einer Gewis­sens­prü­fung – und sei sie auch noch so aus­ge­feilt – einem Zivil­dienst­wil­li­gen und sei­nen Moti­ven gerecht wer­den zu wol­len.

  

Der Stän­de­rat hat seine Motion zwar abge­än­dert: doch auch er ver­langt vom Bun­des­rat die Abschaf­fung der Gewis­sens­prü­fung. Zudem müsse das neue Zulas­sungs­ver­fah­ren kos­ten­güns­ti­ger und für alle Betei­ligte deut­lich ein­fa­cher sein, trans­pa­ren­ten Grund­sät­zen fol­gen, zu gerech­ten Ergeb­nis­sen füh­ren und eben auch den Tat­be­weis berück­sich­ti­gen. Wei­ter sei die Wehr­pflich­ter­satz­ab­gabe zu erhö­hen. Motio­när Stu­der kann mit die­ser Vari­ante leben: „Der Auf­trag an den Bun­des­rat ist erteilt.“

  

Zürich, den 18. Dezem­ber 2006/nh