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Newsartikel

Schuldenabbau als primäres finanzpolitisches Ziel

Es geht nicht an, stän­dig auf Kos­ten unse­rer Kin­der und Kin­des­kin­der zu leben: die Schul­den der öffent­li­chen Hand müs­sen abge­baut wer­den. Die EVP Schweiz for­dert des­halb aus­ge­gli­chene Gene­ra­tio­nen­bi­lan­zen.

Wie dem ges­tern ver­öf­fent­lich­ten Schul­den­be­richt des Bun­des zu ent­neh­men ist, betra­gen die Schul­den der öffent­li­chen Hand (Bund, Kan­tone und Gemein­den) 239 Mil­li­ar­den Fran­ken. Ins­be­son­dere beim Bund sind die Schul­den in den letz­ten 14 Jah­ren stark ange­stie­gen – um 88 Mil­li­ar­den Fran­ken.

 

 „Wir tun den nächs­ten Gene­ra­tio­nen kei­nen Gefal­len, wenn wir dau­ernd auf Pump leben und mehr aus­ge­ben als ein­neh­men“, meint Par­tei­prä­si­dent Ruedi Aesch­ba­cher. Die zukünf­ti­gen Gene­ra­tio­nen dür­fen in ihrer Ent­schei­dungs­frei­heit nicht wei­ter beschnit­ten wer­den. Die gegen­wär­tige Schul­den­wirt­schaft auf dem Buckel unse­rer Kin­der und Kin­des­kin­der ist weder gerecht noch nach­hal­tig, son­dern in höchs­tem Masse unfair. Die EVP Schweiz for­dert des­halb:

 

- All­fäl­lige Rech­nungs­über­schüsse des Bun­des, wie sie in die­sem und den nächs­ten Jah­ren resul­tie­ren dürf­ten, müs­sen voll­um­fäng­lich zur Schul­den­re­duk­tion ver­wen­det wer­den.

 

- Die nächste Aus­ga­ben­ver­zichts­pla­nung hat die 7 Mil­li­ar­den Schuld­zin­sen anzu­pei­len, die jähr­lich berappt wer­den müs­sen. Auf diese Aus­ga­ben kann ver­zich­tet wer­den, wenn die Schul­den abge­baut wer­den. Dabei sind auch unkon­ven­tio­nelle Metho­den zu prü­fen: Wenn eine Gene­ra­tion Schul­den macht, könnte sie dazu ver­pflich­tet wer­den, mit geeig­ne­ten Mass­nah­men – not­falls auch tem­po­rä­ren Steu­er­er­hö­hun­gen (z.B. „Schul­den­pro­zent“) – die Ver­schul­dung abzu­bauen

 

- Schul­den­ab­bau hat Vor­rang vor Steu­er­sen­kun­gen.

 

- Neue Ein­nah­men­quel­len zuguns­ten des Schul­den­ab­baus könn­ten sein: eine mode­rate eid­ge­nös­si­sche Erb­schafts­steuer oder eine Kapi­tal­ge­winn­steuer.

 

- Ein gewis­ser Steu­er­wett­be­werb zwi­schen den Kan­to­nen ist zwar sinn­voll, doch es braucht einen wei­ter­ge­hen­den, finan­zi­el­len Aus­gleich mit einer ver­bind­li­chen Band­breite für die Steu­er­füsse der Kan­tone. Ansons­ten ero­diert die Finan­zie­rungs­grund­lage der Kan­tone wei­ter.

 

- Die Schweiz braucht weit­sich­tige Finanz­po­li­ti­ke­rin­nen und –poli­ti­ker. Wer Über­schüsse zum Anlass für Steu­er­sen­kun­gen nimmt und Schul­den zum Abbau der wie­der­keh­ren­den Aus­ga­ben, han­delt unred­lich: es geht ihm nicht um die Gesun­dung der Staats­fi­nan­zen, son­dern um die Aus­höh­lung des Staa­tes. Es gilt: Schul­den­ab­bau nicht Staats­ab­bau!

 

Zürich, den 24. August 2006/nh/jb