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Newsartikel

Ja zum Wettbewerbsmodell – Nein zu Couchepin

Heute Sonn­tag hat das Stimm­volk die Initia­tive „für eine soziale Ein­heits­kran­ken­kasse“ wuch­tig ver­wor­fen. Das heisst aber nicht, dass es im Gesund­heits­we­sen so wei­ter gehen darf wie bis anhin: Pas­cal Cou­che­pin hat als Gesund­heits­mi­nis­ter aus­ge­dient.

Die Volks­in­itia­tive „für eine soziale Ein­heits­kran­ken­kasse“ wurde heute Sonn­tag von den Stimm­be­rech­tig­ten deut­lich abge­lehnt. Damit wurde ein kom­pli­zier­ter und auf­wän­di­ger Umbau unse­res Gesund­heits­sys­tems mit unge­wis­sem Aus­gang für die Kos­ten­ent­wick­lung und die Prä­mi­en­zah­le­rin­nen und Prä­mi­en­zah­ler erfreu­li­cher­weise abge­wen­det. Die­ses Nein zur Initia­tive stärkt zwar das bis­he­rige Wett­be­werbs­mo­dell zwi­schen den Kran­ken­kas­sen, bedeu­tet aber kei­nes­falls, dass es im Gesund­heits­we­sen kei­ner Ände­run­gen bedarf.

 

Höchste Prio­ri­tät hat ein stark ver­bes­ser­ter Risi­ko­aus­gleich. Das heu­tige Sys­tem belohnt Ver­si­che­rer, wel­che gesunde Kun­den anlo­cken und kranke fern­hal­ten. Mög­lich­kei­ten dazu gibt es viele: die absicht­lich späte Rück­ver­gü­tung von Leis­tun­gen ver­grault teure Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten; auf fre­che Wer­be­kam­pa­gnen, wie sie jeden Herbst zu beob­ach­ten sind, mel­den sich keine gebrech­li­chen Senio­rin­nen und Senio­ren via SMS und Inter­net. Wird der Risi­ko­aus­gleich ver­fei­nert, lohnt sich die Jagd nach guten Risi­ken nicht mehr und die Kran­ken­kas­sen kön­nen sich auf ihre eigent­li­che Auf­gabe besin­nen: das Aus­han­deln guter Leis­tun­gen mit den Ärz­ten und Spi­tä­lern und das Anbie­ten attrak­ti­ver Ver­si­che­rungs­mo­delle für die Ver­si­cher­ten.

 

Nun gibt es eine Kasse in der Schweiz, deren Geschäfts­mo­dell wesent­lich auf dem heute schlech­ten Risi­ko­aus­gleich beruht und wel­che die Jagd nach guten Risi­ken per­fek­tio­niert hat: die Groupe Mutuel. Man kann nicht genug beto­nen, dass sich Gesund­heits­mi­nis­ter Pas­cal Cou­che­pin – als ehe­ma­li­ges Vor­stands­mit­glied einer Groupe Mutuel-Kasse! – mit Hän­den und Füs­sen gegen einen ver­bes­ser­ten Risi­ko­aus­gleich wehrt. Für die EVP ist des­halb klar: wird Cou­che­pin im Dezem­ber als Bun­des­rat wie­der­ge­wählt, muss er in ein ande­res Depar­te­ment wech­seln. Sein Inter­es­sen­kon­flikt ist über­deut­lich.

 

Zürich, den 11. März 2007/nh