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EVP sagt Nein zur Widerspruchslösung sowie Ja zu Frontex und Lex Netflix

An ihrer 103. ordent­li­chen Dele­gier­ten­ver­samm­lung in Zürich hat die EVP Schweiz dem Ukrai­ni­schen Bot­schaf­ter Artem Ryb­chenko wei­ter­hin ihre unein­ge­schränkte Soli­da­ri­tät für die Ukraine zuge­si­chert. Sie wird auch ihr Enga­ge­ment für Schwei­zer Lie­fe­run­gen von Schutz­ma­te­rial für die Zivil­be­völ­ke­rung fort­füh­ren, bei dem sie inzwi­schen einen Teil­er­folg erzie­len konnte. Anschlies­send fass­ten die Dele­gier­ten die Paro­len für den 15. Mai: Sie spra­chen sich deut­lich gegen die Wider­spruchs­lö­sung bei der Organ­spende aus. Diese ver­letzt die Würde der Men­schen sowie ihr ver­fas­sungs­mäs­si­ges Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit und Selbst­be­stim­mung. Mit dem von der natio­na­len Ethik­kom­mis­sion vor­ge­schla­ge­nen Erklä­rungs­mo­dell gibt es eine gute Alter­na­tive. Ja sag­ten die Dele­gier­ten dage­gen zur Ände­rung des Film­ge­set­zes («Lex Net­flix») und zur Wei­ter­ent­wick­lung des Schengen-Besitzstands («Fron­tex»).

Zu Beginn sprach der Ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter in der Schweiz, Artem Ryb­chenko, zu den Dele­gier­ten. «Wir schät­zen die Soli­da­ri­tät des freien Vol­kes der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft mit dem ukrai­ni­schen Volk in die­sen schwe­ren Zei­ten, die unsere Gene­ra­tion zutiefst getrof­fen haben», dankte Bot­schaf­ter Ryb­chenko der Schwei­zer Bevöl­ke­rung für ihre Soli­da­ri­tät mit der Ukraine. «Der Krieg wird lei­der nicht mor­gen enden. Und das ist nicht nur ein Pro­blem der Ukraine. Das ist ein Pro­blem für ganz Europa, für die ganze Welt», machte Ryb­chenko deut­lich. Es brau­che «eine starke inter­na­tio­nale Koali­tion, um den Frie­den, die aner­kann­ten Gren­zen und das Völ­ker­recht wie­der­her­zu­stel­len».

Schwei­gen ist nicht ein­fach Zustim­mung

Mit deut­li­cher Mehr­heit (82 Nein zu 5 Ja bei 7 Ent­hal­tun­gen) spra­chen sich die Dele­gier­ten gegen die Ände­rung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes aus. Denn die erwei­ter­ten Wider­spruchs­lö­sung ver­stösst gegen die Men­schen­würde. Sie ver­letzt das in der Ver­fas­sung geschützte Recht der Men­schen auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit und Selbst­be­stim­mung mas­siv. Es ist falsch, wenn das Schwei­gen eines Men­schen nach sei­nem Tod ein­fach als Zustim­mung gedeu­tet wird und man letzt­lich ein­fach den Druck auf die Ange­hö­ri­gen stark erhöht.  
Die natio­nale Ethik­kom­mis­sion hat im Gegen­satz dazu mit dem Erklä­rungs­mo­dell eine sinn­volle und ethi­sche Alter­na­tive vor­ge­schla­gen, um die Zahl der Organ­spen­den zu erhö­hen. Denn der Wille zur Organ­spende ist in gros­sen Tei­len der Bevöl­ke­rung vor­han­den – er ist ledig­lich zu wenig doku­men­tiert. Das Erklä­rungs­mo­dell setzt genau hier an und will errei­chen, dass die Men­schen ihren eige­nen Wil­len erklä­ren und fest­hal­ten.

Schwei­zer Film­pro­duk­ti­ons­stand­ort gestärkt

Mit deut­li­cher Mehr­heit (79 Ja zu 12 Nein bei 4 Ent­hal­tun­gen) befür­wor­te­ten die Dele­gier­ten der EVP Schweiz das geän­derte Film­ge­setz. Ebenso wie inlän­di­sche Fern­seh­sen­der sol­len auch Streaming-Anbieter 4 Pro­zent ihres erwirt­schaf­te­ten Umsat­zes in das Schwei­zer Film­schaf­fen inves­tie­ren. Dadurch wird der Pro­duk­ti­ons­stand­ort Schweiz sowie des­sen Kon­kur­renz­fä­hig­keit gestärkt. Die Anbie­ter pro­fi­tie­ren selbst davon, da sie ein span­nen­des Ange­bot an Fil­men und Serien erhal­ten. Auf die Kon­su­men­ten­preise schlägt sich eine der­ar­tige Regu­lie­rung erfah­rungs­ge­mäss nicht nie­der.

Grenz­schutz ja, aber keine ille­ga­len Rück­wei­sun­gen

Ja sag­ten die Dele­gier­ten eben­falls dazu, dass sich die Schweiz am per­so­nel­len und tech­ni­schen Aus­bau der Grenz- und Küs­ten­wa­che Fron­tex betei­ligt (81 Ja zu 8 Nein bei 6 Ent­hal­tun­gen). Es braucht den euro­päi­schen Grenz­schutz gegen Schmug­gel, Men­schen­han­del und Kri­mi­na­li­tät – und die Schweiz ist als Schengen-Mitglied gehal­ten, sich am Schutz der euro­päi­schen Aus­sen­grenze zu betei­li­gen. Aller­dings betont die EVP die Ver­ant­wor­tung von Fron­tex für den Schutz der Grund­rechte. Men­schen, die auf der Flucht sind und Schutz suchen, sol­len wei­ter­hin nach Europa kom­men dür­fen. Es darf keine ille­ga­len Rück­wei­sun­gen geben. Es braucht des­halb eine ver­bind­li­che Rechen­schafts­pflicht und effek­tive Kon­trol­len der Arbeit an den Gren­zen.
 

Kon­takt:
Lilian Stu­der, Par­tei­prä­si­den­tin und Natio­nal­rä­tin: 076 575 24 77
Mari­anne Streiff, Natio­nal­rä­tin: 079 664 74 57
François Bach­mann, Vize­prä­si­dent (Roman­die): 079 668 69 46
Roman Rutz, Gene­ral­se­kre­tär: 078 683 56 05
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70

Fotos:

Ukrai­ni­scher Bot­schaf­ter Artem Ryb­chenko vor den Dele­gier­ten 

Lilian Stu­der, Par­tei­prä­si­den­tin EVP Schweiz

Dele­gier­ten­ver­samm­lung der EVP Schweiz, Ple­num