EVP: Bedingungsloses Grundeinkommen torpediert Hilfe zur Selbsthilfe

Der Natio­nal­rat hat ges­tern die Volks­in­itia­tive für ein bedin­gungs­lo­ses Grund­ein­kom­men mit deut­li­cher Mehr­heit abge­lehnt. Die EVP Schweiz begrüsst die­sen Ent­scheid. «Der Grund­ge­danke unse­rer Sozi­al­po­li­tik, die Hilfe zur Selbst­hilfe, um zurück in die wirt­schaft­li­che Selb­stän­dig­keit zu fin­den, würde tor­pe­diert» erläu­tert Kom­mis­si­ons­spre­che­rin und EVP-Nationalrätin Maja Ingold, ZH.

 

«Arbeit muss sich loh­nen. Und wenn sie das nicht tut, haben wir ein Moti­va­ti­ons­pro­blem», fasst EVP-Nationalrätin Maja Ingold die zen­trale Kri­tik der SGK an der Initia­tive zusam­men. Wie die SGK bezwei­felt Maja Ingold mas­siv, dass ein bedin­gungs­los aus­be­zahl­tes Grund­ein­kom­men die Selbst­ver­ant­wor­tung und Eigen­in­itia­tive des Ein­zel­nen sti­mu­lie­ren würde. «Der Grund­lohn ist ein Moti­va­ti­ons­kil­ler grö­be­ren Aus­mas­ses. Wo bleibt zum Bei­spiel die Moti­va­tion für junge Berufs­ein­stei­ger, die Lehre durch­zu­ste­hen, wenn der Grund­lohn ihm das Aus­kom­men auch ohne Aus­bil­dung garan­tiert», so Ingold.

«Wenn wir sozial inves­tie­ren, dann in das Poten­zial jedes Ein­zel­nen»

Eine bedarfs­ori­en­tierte Hilfe zur Selbst­hilfe sei der Schlüs­sel in einem Sozi­al­staat, der sich am rea­len Men­schen ori­en­tiere, nicht an einem Ideal. «Wir müs­sen dort unter­stüt­zen, wo eigene Leis­tung nicht erbracht wer­den kann. Und wenn wir sozial inves­tie­ren, dann in das Poten­zial jedes Ein­zel­nen, um seine eige­nen Kräfte zu mobi­li­sie­ren», ist Maja Ingold über­zeugt.

208 Mil­li­ar­den jähr­li­che Kos­ten

Der von den Initi­an­ten beab­sich­tigte Sys­tem­wech­sel hin zu einer all­ge­mei­nen Erwerbs­ver­si­che­rung würde geschätzte jähr­li­che Kos­ten von ca. 208 Mil­li­ar­den Fran­ken ver­ur­sa­chen, die bei wei­tem nicht durch die weg­fal­len­den Kos­ten für Sozi­al­hilfe und Admi­nis­tra­tion (55 Mil­li­ar­den) finan­ziert wer­den könn­ten.

Stän­di­ger Reform­pro­zess hält heu­ti­ges Sys­tem funk­ti­ons­fä­hig

Der Natio­nal­rat schloss sich dem Bun­des­rat an, dass sich das heu­tige bedarfs­ori­en­tierte Sys­tem sozia­ler Siche­rung als taug­lich bewährt. Es kann auf wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen ange­passt wer­den und befin­det sich in einem stän­di­gen Reform­pro­zess, wie die aktu­elle Dis­kus­sion um die Sozi­al­hilfe beweist.

Für Aus­künfte:

Par­tei­prä­si­den­tin und Natio­nal­rä­tin Mari­anne Streiff-Feller: 079 664 74 57, Marianne.Streiff@parl.ch
Natio­nal­rä­tin Maja Ingold: 079 339 23 22, Maja.Ingold@parl.ch
François Bach­mann, Vize­prä­si­dent: 079 668 69 46, francois.bachmann@pev-vd.ch
Joel Blunier, Gene­ral­se­kre­tär EVP Schweiz: 076 379 76 79, joel.blunier@evppev.ch
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion EVP Schweiz: 079 193 12 70, dirk.meisel@evppev.ch