Durchbrüche

Medi­en­spre­cher Niklaus Hari über Durch­brü­che bei der NEAT - und anderswo: beim Kli­ma­schutz oder der welt­wei­ten Armuts­be­kämp­fung.

Der Durch­stich bei der NEAT ist erfolgt. Die Inge­nieure haben alle geo­lo­gi­schen Schwie­rig­kei­ten über­wun­den und die Kos­ten­über­schrei­tun­gen hal­ten sich eini­ger­mas­sen im Rah­men.


Kein Ver­gleich mit dem alten Gott­hard­tun­nel, bei dem die Kos­ten schon sehr bald aus dem Ruder lie­fen, 177 Arbei­ter im Tun­nel star­ben, vier wäh­rend eines Streiks erschos­sen wur­den und etli­che an den him­mel­trau­ri­gen hygie­ni­schen Zustän­den zugrunde gin­gen.


Doch auch beim Bau der NEAT star­ben bis­lang acht Men­schen. Die Arbeit im Berg bleibt gefähr­lich. Noch ist unklar, wie die min­der­wer­ti­gen Abfluss­rohre saniert wer­den kön­nen, wel­che mafiöse Ele­mente den Bau­kon­sor­tien ange­dreht haben. Damit die NEAT voll zum Zug kommt, müs­sen die Zufahrts­li­nien aus­ge­baut wer­den. Nur so rückt das Ver­la­ge­rungs­ziel in Griff­nähe.


Der­weil wird Stim­mung gemacht für eine zweite Stras­sen­röhre. Sie soll nur wäh­rend der Sanie­rung des alten Tun­nels zwei­spu­rig befahr­bar sein, wird ver­si­chert. Da lachen ja die Hüh­ner. Zum Glück bräuchte es dazu eine Ver­fas­sungs­än­de­rung.


Durch­bruch am Gott­hard – ein Gross­er­eig­nis. Doch Durch­brü­che wün­sche ich mir auch anderswo: z.B. beim Kli­ma­schutz oder der welt­wei­ten Armuts­be­kämp­fung. Geben wir die Hoff­nung nicht auf – wie die chi­le­ni­schen Mineure, die in einem bei­spiel­lo­sen «Durch­bruch» geret­tet wor­den sind.


Niklaus Hari, Kom­mu­ni­ka­tion