Christ droht in Afghanistan die Todesstrafe

Laut Pres­se­mel­dun­gen droht einem Mann in Afgha­nis­tan die Todes­strafe, weil er zum Chris­ten­tum über­ge­tre­ten ist. EVP-Nationalrat Hei­ner Stu­der wehrt sich heute Nach­mit­tag mit einer Anfrage, wie der Bun­des­rat zu pro­tes­tie­ren gedenke.

Laut den Nach­rich­ten­agen­tu­ren sda und ap ist in Kabul ein 41-jähriger Mann zum Tod ver­ur­teilt wor­den, weil er zum christ­li­chen Glau­ben über­ge­tre­ten ist. Mit sei­ner Kon­ver­sion habe Abdul Rah­man den Islam belei­digt, führte Rich­ter Maula­wisada vom Obers­ten Gericht Afgha­nis­tans aus. Er könne dem Tod nur ent­ge­hen, wenn er wie­der Mus­lim werde.

 

Um sich für Abdul Rah­man zu weh­ren, hat EVP-Nationalrat Hei­ner Stu­der heute Nach­mit­tag im Natio­nal­rat umge­hend eine Anfrage ein­ge­reicht. Er weist dar­auf hin, dass die Reli­gi­ons­frei­heit zu den zen­tra­len Men­schen­rech­ten gehört, die welt­weit ein­zu­hal­ten seien. Stu­der will vom Bun­des­rat wis­sen, in wel­cher Weise die­ser sei­nen Pro­test „gegen­über Afgha­nis­tan und der Welt­öf­fent­lich­keit umge­hend und unmiss­ver­ständ­lich“ for­mu­liere.

 

Tole­ranz wird von der EVP Schweiz hoch­ge­hal­ten, beruht aber auf Gegen­sei­tig­keit. So hält die EVP in ihrer letzt­jäh­ri­gen Reso­lu­tion zum Umgang mit dem Islam in der Schweiz fest, dass jede Per­son das Recht habe, ihre Reli­gion frei zu wäh­len, aber auch ohne Dis­kri­mi­nie­rung zu wech­seln. Zwei­tens erwarte die EVP vom Bun­des­rat, dass er sich für die Reli­gi­ons­frei­heit von Chris­ten in isla­mi­schen Län­dern ein­setzt.

 

Zürich, den 20. März 2006/nh