Höhere Kinderzulagen statt Reallohnerhöhung!

EVP-Mitglied Hans Mory plä­diert für höhere Kin­der­zu­la­gen statt Real­loh­ne­rhö­hun­gen, weil die Zula­gen den Fami­lien viel mehr brin­gen.

Wie­der ein­mal for­dern die Gewerk­schaf­ten eine Loh­ne­rhö­hung, die neben dem vol­len Teue­rung­saus­gleich auch eine Real­loh­ne­rhö­hung von 1.5 bis 2.5 % enthal­ten soll.

 

Für mich ist es unbes­trit­ten, dass ein Teue­rung­saus­gleich gewährt wer­den sollte, um die Kauf­kraft der Löhne zu erhal­ten. Hin­ge­gen sehe ich kei­nen Bedarf einer gene­rel­len Real­loh­ne­rhö­hung, denn die Löhne in der Schweiz sind im europäi­schen Ver­gleich Spitze. Eher in den hin­te­ren Rän­gen ste­hen wir aber in Bezug auf die Kin­der­zu­la­gen. Deshalb meine ich, dass die Arbeit­ge­ber mit den Gewerk­schaf­ten an Stelle einer Real­loh­ne­rhö­hung eine Erhö­hung der Kin­der­zu­la­gen aushan­deln soll­ten. Damit würde für dieje­ni­gen die Ein­kom­mens­si­tua­tion weit wirk­sa­mer ver­bes­sert, welche die Teue­rung am stärks­ten zu spü­ren bekom­men, näm­lich Fami­lien und Allei­ner­zie­hende mit erwerbs­lo­sen Kin­dern.

 

Wenn man bedenkt, dass in der Sozial­hilfe die mini­ma­len Kos­ten für das erste Kind zu ca. Fr. 600.- und für die wei­te­ren Kin­der zu je Fr. 300.- berech­net wer­den (wobei gemäss diver­sen Stu­dien die effek­ti­ven Kos­ten etwa dop­pelt so hoch sind!), so ist ersicht­lich, dass eine kleine Real­loh­ne­rhö­hung für ein Fami­lie­nein­kom­men nur ein Trop­fen auf den heis­sen Stein bedeu­tet.

 

Lei­der sind für die  Gewerk­schaf­ten nur die Löhne ein Thema, die The­ma­tik der Kinder- und Fami­lien­zu­la­gen wird den poli­ti­schen Par­teien über­las­sen. Mit der jet­zi­gen Praxis – mit dem Hin­weis auf die prekäre finan­zielle Lage von vie­len Fami­lien und Allei­ner­zie­hen­den mehr Lohn für alle zu for­dern – wird eine Ver­bes­se­rung der Lage für eben diese Ziel­grup­pen nicht erreicht. Deshalb fände ich es ange­bracht, dass die EVP wo immer möglich für höhere Kin­der­zu­la­gen an Stelle von Real­loh­ne­rhö­hun­gen ein­tritt.

 

Hans Mory, EVP-Mitglied, Rie­hen