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Geldspiele nur mit Jugendschutz und Spielsuchtprävention

Für die EVP haben Geld­spiele schwer­wie­gende Fol­gen für Spielsüch­tige, ihre Angehö­ri­gen und das Gemein­we­sen. Natio­nalrä­tin Maja Ingold (EVP, ZH) for­dert deshalb eine bes­sere Spiel­sucht­prä­ven­tion und einen wirk­sa­men Jugend­schutz. Davon hat sie die vor­be­rei­tende Kom­mis­sion des Natio­nal­rates über­zeu­gen kön­nen.

Am Mitt­woch berät der Natio­nal­rat die Volk­si­ni­tia­tive „Für Geld­spiele im Dienste des Gemein­wohls“ samt Gegen­vor­schlag des Bun­des­rates. „Der Ziel­kon­flikt sowohl der Ini­tia­tive wie auch des Gegen­vor­schlags bes­teht darin, dass der Nut­zen des Geld­spiels für Kul­tur, Sport und Soziales aus der Spiel­sucht gene­riert wird. Je mehr unge­brem­ste Spielsüch­tige, desto mehr Geld für die Lot­te­rie­fonds und deren ‚gemeinnüt­zige‘ Projekte“, stellt EVP-Nationalrätin Maja Ingold (ZH) fest. Sowohl die Ini­tia­tive wie auch der Gegen­vor­schlag zemen­tie­ren die allei­nige Zustän­dig­keit der Kan­tone für Lot­te­rien und Geld­spiele.

 

Spiel­sucht ist keine Baga­telle. Sie hat schlimme Fol­gen für die Betrof­fe­nen, die ihre Exis­tenz rui­nie­ren und jegliche Selbs­tach­tung ver­lie­ren. Oft sind Fami­lie­nan­gehö­rige mit­be­trof­fen. Spä­tes­tens wenn der Staat auf unbe­zahl­ten Steuern sit­zen bleibt oder die Sozial­hilfe in Ans­pruch genom­men wird, ver­liert das Gemein­we­sen auch finan­ziell. „Ich will deshalb im Gegen­vor­schlag ver­bind­lich fes­thal­ten, dass der Bund die Gefah­ren exzes­si­ven Spie­lens ernst neh­men muss“, führt Maja Ingold aus. Sie hat einen ents­pre­chen­den Min­de­rheit­san­trag ges­tellt. Mit einem zwei­ten Antrag hat Ingold die Meh­rheit der Kom­mis­sion davon über­zeu­gen kön­nen, dass es ohne Spiel­sucht­prä­ven­tion und Jugend­schutz nicht geht. Weil das auch etwas koste, stimme sie einer Abgabe von 0.5 Prozent der Brut­to­spie­lein­nah­men zu, welche in die Spiel­sucht­prä­ven­tion und –bekämp­fung flies­sen soll.

 

Ins­be­son­dere Geld­spiele, welche eine Spiel­wie­de­rho­lung in schnel­ler und unbe­grenz­ter Kadenz erlau­ben, müss­ten laut Ingold bes­ser kon­trol­liert wer­den: „Sie ver­lei­ten die Spie­len­den zum exzes­si­ven Spiel und för­dern so die Spiel­sucht. Exper­ten wie der Zür­cher Mario Gmür spre­chen vom ‚ruinö­sen Nons­top­spiel mit hohem Sucht­po­ten­tial‘. Am bes­ten wäre es, wenn Geld­spiele mit hohem Sucht­po­ten­tial wie die umstrit­te­nen Tactilo-Geräte nur in Spiel­ban­ken betrie­ben wer­den dür­fen, wo wenig­stens ein mini­ma­ler Sozial­schutz möglich ist.“ So hat es Maja Ingold mit ihrer Motion „Lot­te­rie­spie­lau­to­ma­ten auf Spiel­ban­ken bes­chrän­ken“ (10.3426) ver­langt.

 

Bern, den 26. Sep­tem­ber 2011/nh