EVP und GLP fordern interkantonale Rahmenbedingungen für die Sozialhilfe

Mit iden­ti­schen Motio­nen haben die bei­den Natio­nalrä­tin­nen Marianne Streiff, EVP und Kathrin Bert­schy, GLP, den Bun­des­rat dazu auf­ge­for­dert, gemein­sam mit den Kan­to­nen ein­heit­liche Grund­sätze und Rah­men­be­din­gun­gen für die Sozial­hilfe zu defi­nie­ren. Der Grund: Die Richt­li­nien der Schwei­ze­ri­schen Kon­fe­renz für Sozial­hilfe (SKOS) erwei­sen sich als wenig ver­bind­lich, da zu wenig demo­kra­tisch legi­ti­miert.

Die Motion beauf­tragt den Bun­des­rat, in Zusam­me­nar­beit mit den Kan­to­nen Grund­sätze und Rah­men­be­din­gun­gen für die Sozial­hilfe zu defi­nie­ren. Zunächst sol­len die Kan­tone im Rah­men einer gesetz­ten Frist eigenstän­dig ein Kon­kor­dat erar­bei­ten kön­nen. Schei­tert dies, soll der Bun­des­rat ein Rah­men­ge­setz für die Sozial­hilfe vor­le­gen – und falls not­wen­dig eine ents­pre­chende Ver­fas­sung­sän­de­rung.

Feh­lan­reize vor­pro­gram­miert

Die bei­den Par­la­men­ta­rie­rin­nen begrün­den ihren Vors­toss damit, dass ver­schie­dene Kan­tone die Sozial­hilfe refor­mie­ren wür­den, weil den SKOS-Richtlinien die demo­kra­tische Legi­ti­ma­tion fehle. Es ist aus ihrer Sicht nach­voll­zieh­bar, dass die Sozial­hilfe demo­kra­ti­scher defi­niert und legi­ti­miert wer­den muss. Wenn jedoch jeder Kan­ton die­sen Defi­ni­tions­pro­zess los­gelöst von den ande­ren Kan­to­nen führt, sind Feh­lan­reize für die Gemein­den und die Sozial­hil­fe­bezü­ge­rin­nen und -bezü­ger vor­pro­gram­miert.

«Wenn jeder Kan­ton die SKOS-Richtlinien nach eige­nen Kri­te­rien abän­dert, för­dert das den Sozial­tou­ris­mus», moniert EVP-Nationalrätin Marianne Streiff, BE. Ver­schie­dene Kan­tone hat­ten für ein­zelne Per­so­nen­grup­pen signi­fi­kante Anpas­sun­gen bes­chlos­sen.

Kan­to­nale Ges­tal­tungs­spielräume blei­ben bes­te­hen

Die Grund­sätze und Rah­men­be­din­gun­gen der Sozial­hilfe soll­ten deshalb inter­kan­to­nal bes­chlos­sen und legi­ti­miert wer­den. Der ideale Weg wäre aus Sicht der Motionä­rin­nen über ein Kon­kor­dat, alter­na­tiv über ein natio­nales Rah­men­ge­setz. Ana­log zum Steue­rhar­mo­ni­sie­rung­sge­setz würde den Kan­to­nen darü­ber hinaus wei­te­rhin wesent­liche Ges­tal­tungs­spielräume blei­ben.

Für Auskünfte:

Marianne Streiff-Feller, Par­tei­prä­si­den­tin und Natio­nalrä­tin: 079 664 74 57, marianne.streiff(at)parl.ch
Domi­nik Währy, Gene­ral­se­kretär:
079 688 05 55, dominik.waehry(at)evppev.ch
Dirk Mei­sel, Lei­ter Kom­mu­ni­ka­tion: 079 193 12 70, dirk.meisel(at)evppev.ch